Freitag, 17. April 2015

Mein Wennmannichtsandereszutunhatbild

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Gedankenfäden

Heute Morgen sehe ich in den Spiegel und sehe Einstein. Also nicht im Kopf, nur auf dem Kopf bin ich Einstein.

Nicht dass ich sichtbar graues Haar hätte, auch nicht so prägnante Falten, auch hängt mir die Zunge nicht aus dem Gesicht- aber ich bin Einstein!

Gewohnheitshalber nehme ich den Kamm in die Hand, will mich wehmutsvoll von meinem geniegleichen Habitus verabschieden, überlege aber- wie viele Frauen laufen hier in Berlin zu Udo Walz, um sich so eine bescheuerte Frisur zu installieren? Meine Kissen haben den perfekten Friseursalon abgegeben, ich habe mich aus eigener Kraft in Form gewäzt. Schade, das Kunstwerk zu zerstören.

Letztendlich entscheide ich mich, meinen Mann doch nicht zu Tode zu erschrecken. Schon weil Kiki, die Katze, die bei uns eine befristete Aufenthaltsgenehmigung hat, jedes Mal, wenn er kurz vor dem Einschlafen ist, zu ihm hochspringt. Dann brauche ich immer eine halbe Stunde, um ihm den Herzinfarkt auszureden. Kiki musste deswegen dran glauben. Sie heißt jetzt nicht mehr Kiki, sondern Dublödekuh.

Das war’s, denke ich. Geschichten zum Weinen könnte ich euch auch eine Menge erzählen. Nur spinnen meine Gedankenfäden diese weinerlichen Sachen lieber zu einem langen Seil, auf dem ich mich jeden Abend hoch zum lieben Gott schwinge, damit der Bescheid weiß. Mehr als meine alljährliche Rentenerhöhung bringt das auch nicht, aber gut, dass wir darüber gesprochen haben.

Ja.
Bis bald. Tschüüüüüss!